Content Audit: Bestehende Inhalte einer Website analysieren

Suchmaschinenoptimierung

Welcher Webmaster kennt es nicht? Man betreibt eine Website über mehrere Jahre hinweg, schreibt einen Blog, fügt immer weiter Inhalte hinzu und irgendwann ist die Website voller Content, so dass man kaum noch Licht am Ende des Tunnels sieht.

Ein Content Audit hilft dir dabei, einen Überblick zu gewinnen. Es zeigt dir genau auf, wie gut die Performance deiner Inhalte ist, wo es Potenzial zur Optimierung gibt und welche Inhalte überhaupt nicht bei Google ranken. Mit Hilfe des Content Audits kannst du für jeden Content-Typ die weitere Strategie festlegen und deine SEO-Performance nachhaltig verbessern. In diesem Artikel zeige ich dir mein Konzept eines Content Audits und worauf man dabei unbedingt Schwerpunkte legen sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Gegensatz zu einem SEO Audit hilft dir das Content Audit besonders dann, wenn du eine sehr informationsgetriebene Website hast. Das Content Audit legt den Fokus ausschließlich auf die Inhalte sowie auf die Struktur und Informationsarchitektur deiner Website.
  • Es gibt keinen perfekten roten Faden für Content Audits. Trotzdem sollten alle Audits ein paar gemeinsame Schwerpunkte haben, welche in der Regel die Performance deiner SEO Kampagnen hindern.
  • In diesem Artikel zeige ich dir Tipps und Tricks wie wir in der Agentur das Content Audit weitestgehend automatisiert haben und welche Tools wir dafür nutzen.

Ratgeber: Alles was du über ein Content Audit wissen solltest

Damit du die Hintergründe und wesentlichen Bestandteile eines Content Audit kennenlernst, habe ich dir in diesem Teil die wichtigsten Aspekte zu Sinn & Zweck sowie Preis und Schwerpunkte des Audits zusammengestellt und näher beschrieben.

Was ist ein Content Audit?

Bei einem Content Audit handelt es sich um eine spezielle Form des regulären SEO Audits. Im Gegensatz zu dem eher klassischen SEO Audit, bei dem der Fokus eher auf Technik und Website-Struktur liegt, geht es hierbei wirklich nur um die Inhalte. Ziel des Content Audits ist es, festzustellen, wie gut die Inhalte auf der Website funktionieren, wo es Schwachstellen gibt und welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden.

Wann macht ein Content Audit Sinn?

Ein Content Audit macht vor allem dann Sinn, wenn eine Website recht viel Content beinhaltet, die Performance im Verhältnis zu den bestehenden Inhalten aber eher schwach ist. Das kann zum Beispiel bei Online-Shops, Firmenwebsites oder auch Blogs sein, die in der Regel schon mindestens 1-2 Jahre online sind. Oftmals wurden Firmenblogs oder andere Websites in der Vergangenheit ohne klare Strategie mit Content bestückt, wodurch zahlreiche Artikel entstanden sind, die entweder keine signifkanten Rankings bei Google haben, oder die sich gegenseitig im Ranking behindern, da sie letztlich auf die gleichen Keywords abzielen.

Im Gegensatz zum klassischen, technischen SEO Audit, wird beim Content Audit dann besonders auf die Seitenstruktur und die Inhalte geachtet. Bestehen also klare, technische Probleme wie eine langsame Ladezeit, fehlende SSL-Verschlüsselung oder Indexierungsprobleme, dann ist ein Content Audit die falsche Wahl.

Audits machen prinzipiell besonders dann Sinn, wenn die Website bereits ein paar Monate oder gar Jahre online ist und wenn die Domain stark ist, sprich wenn es viele hochwertige Backlinks auf die Website gibt. Ist dies gegeben, so sind die Änderungen, welche sich bei einem Audit ergeben, wesentlich schneller spürbar.

Welche Schwerpunkte sollte ein Content Audit beinhalten?

Im Folgenden möchte ich dir die Schwerpunkte eines Content Audits näher bringen. Dies sind aus meiner Sicht die wichtigsten Punkte, bei denen die größten Fehler im Bereich der Suchmaschinenoptimierung und des Content Marketings passieren und demzufolge das meiste Potenzial steckt.

Seitenstruktur und Struktur der Inhalte

Eine gut gewählte Informationsarchitektur der Website ist die absolute Grundvoraussetzung für ein gutes und nachhaltiges Google Ranking. Leider wird dies bei den allermeisten Websites nicht richtig umgesetzt. Es fehlt meist schon an der Keyword-Recherche, die die Grundlage für die spätere Seitenstruktur legt. Oftmals wird beispielsweise die Struktur eines Online Shops einfach 1:1 aus dem Warenwirtschaftssystem übernommen, was aus Sicht des Betreibers durchaus Sinn machen kann, aus SEO-Perspektive aber absoluter Schwachsinn ist.

Genau so wenig wird die Struktur von Inhalten selten im Voraus geplant. Es wird einfach ziellos Content auf die Website gestellt, in der Hoffnung dass einzelne Artikel dann schon bei Google ranken werden. Übergeordnetes Ziel dieses Schrittes ist es, herauszufinden, ob die Website einem klaren (SEO-)Konzept folgt, oder ob kein richtiges System implementiert ist und Rankings einfach per Zufall entstanden sind.

Im Content Audit schaut man sich sowohl die Struktur der gesamten Website sowie die Struktur einzelner Artikel an. Folgende Fragen sollte man sich dabei unbedingt stellen:

  • Welche Themen & Subthemen werden auf der Website behandelt?
  • Was sind die Ziel-Keywords einer jeden Unterseite?
  • Wie sind die Artikel in der Regel strukturiert? Gibt es definierte Content-Typen?
  • Gibt es Kategorien & Unterkategorien?
  • Wurde ein Pillar-Cluster-System angewandt?
  • Wie entstehen interne Verlinkungen?

Wenn die eben aufgeführten Fragen alle beantwortet werden können, hat man schon einen recht guten Überblick über den aktuellen Stand und den Aufbau der Website.

Sprache & Tonalität der Inhalte

Selbstverständlich sollte bei einem Content Audit auch Fokus auf die Inhalte selbst geworfen werden. Dabei geht es vor allem darum zu beurteilen, ob die Inhalte hochwertig sind, oder ob es sich um günstige SEO-Texte handelt, die eigentlich nur Lückenfüller sind und dem Leser in keinster Weise weiterhelfen. Wie auch im ersten Schritt, sollte in diesem Schritt Fokus auf den Aufbau der Inhalte gelegt werden. Typische SEO-Texte erkennt man meist daran, dass nichts-sagende Überschriften ohne Fragen formuliert werden.

Ein weiteres Ziel ist es, Seiten mit sehr schwachen Inhalten zu identifizieren. Diese Seiten nennt man Thin-Content-Pages. Je nachdem wie hoch man die Schwelle legt, sind diese Seiten in der Regel solche, die weniger als 500 Wörter enthalten und keine besondere Funktion wie beispielsweise die Kontaktseite. Jede Unterseite ohne Inhalte, die einen Mehrwert für den Leser bieten, sollten hinterfragt werden. Sie stellen einen Ballast da, der sich negativ auf das Google-Ranking auswirken kann.

Traffic & Rankings

Ein zentrales Element des Content Audits sind die Platzierungen bei Google sowie der dabei entstehende Traffic. Es wird konkret ausgewertet, welche URLs die meisten Userzahlen haben, die sogenannten Top-Pages. Außerdem schaut man sich die schlechtesten Unterseiten an, welche so gut wie keinen Traffic haben. Diese Seiten sind meist aus SEO-Sicht nutzlos und sollten in ihrem Aufbau und in ihrer Existenz überdacht werden. Für diesen Seitenreport ist es sinnvoll, eine bestehende Google-Analytics-Integration zu haben, ansonsten können auch die Daten aus der Google Search Console genutzt werden.

Für die Top 100 Pages sollte man sich unbedingt auch die Rankings der Seite genauer anschauen. So kann man feststellen, welche Unterseiten für welche Keywords ranken und ob überhaupt eine klare Strategie verfolgt wird. Außerdem kann so erkannt werden, ob es Keyword-Kannibalisierung gibt und sich einzelne Unterseiten gegenseitig im Ranking behindern.

Konkurrenz und Wettbewerb

Es lohnt sich, bei einem Content Audit auch den Wettbewerb einmal genauer anzuschauen. Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung ist es sehr wichtig, sich anzuschauen, was aktuell gut funktioniert und welche Strategien die einzelnen Wettbewerber verfolgen. Wer immer nur auf sich selbst schaut, hat nicht das große Gesamtbild im Sinn und kann wichtige Aspekte übersehen.

Interessant ist es, sich für die fünf wichtigsten Fokus-Keywords genau anzusehen, wo die eigene Website rankt und wo die Konkurrenz rankt. Außerdem sollte darauf geschaut werden, was die Konkurrenz auf den konkreten Unterseiten anders macht, als man selbst. Dadurch erhält man ein gutes Bild, wie hoch die Qualität der eigenen Inhalte wirklich ist.

Was kostet ein Content Audit?

Die Kosten für ein Content Audit hängen in der Regel stark von der Anzahl der URLs ab. Je mehr Inhalte und Unterseiten auf einer Website existieren, desto aufwändiger wird das Content Audit. Es sollte zwangsläufig die gesamte Website betrachtet werden und nicht nur einzelne Teile davon. Im Folgenden habe ich dir einen ungefähren Anhaltspunkt für die Kosten aufgestellt, letztlich hängt es aber auch von der Beschaffenheit der Website an sich ab.

  • 50-100 URLs: Zwischen 800 und 1500 €
  • 100-200 Urls: Zwischen 1500 und 2000 €
  • 200-500 Urls: Zwischen 2000 und 3000 €
  • Mehr als 500 Urls: 3000-10.000 €

Der Vorteil eines Content Audits liegt darin, dass nicht nur der Status Quo ausgewertet wird, sondern auch konkrete Maßnahmen empfohlen werden. Dadurch erhält das Unternehmen einen konkreten Fahrplan für die kommenden Monate. Mit einer starken und gereiften Domain sind die Auswirkungen eines solchen Audits und die daraus resultierenden Maßnahmen extrem hoch und die Rankings verbessern sich innerhalb von 6 Monaten signifikant.

Fazit

Ein Content Audit kann dazu beitragen, die SEO-Performance der eigenen Website nachhaltig und effizient zu steigern. Im Audit selbst werden die wichtigsten Engpässe und Maßnahmen ermittelt. Sind bei einer Website die meisten technischen Dinge gut um gesetzt und auch eine gewisse Autorität vorhanden, so liegt der größte Hebel meist im Bereich Content Marketing.

Bildquelle: unsplash.com / Austin Distel

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