In diesem Glossarbeitrag wollen wir uns mit der sogenannten Keyword Map beschäftigen. Dabei handelt es sich um nichts weiter, als eine Excel-Tabelle, welche die Strategie bzw. die Makroarchitektur einer Website beschreibt. Sie ist eine der wichtigsten Tools bzw. Hilfsmittel im Bereich der Suchmaschinenoptimierung.

Eine Website sollte prinzipiell so aufgebaut sein, dass jede Unterseite ein bestimmtes Ziel hat. Dieses Ziel muss nicht immer unbedingt das organische Ranking in einer Suchmaschine sein, beispielsweise wird die Kontaktseite auf einer Firmenwebsite in den wenigsten Fällen viele organische Besucher bekommen – mit Ausnahme jener Besucher, die über eine Suche nach dem Unternehmensnamen auf die Seite kommen.

Was ist eine Keyword Map?

Wie bereits erwähnt, wird eine Keyword Map meist mit Hilfe einer Excel Tabelle dargestellt. Bei der praktischen Umsetzung für Kundenprojekte oder eigene Websites nutzen wir meist ein Google Spreadsheet für die. Das Erstellen der Keyword Map schließt sich unmittelbar an die Keyword-Recherche an und ist sowohl Teil der strategischen Planung einer SEO-Kampagne als auch ein nützliches Tool, um aktive SEO-Kampagnen laufend zu optimieren bzw. deren Erfolg oder Misserfolg zu messen.

Bei der Planung und Erstellung einer neuen Website oder eines Website Relaunches sollte immer sehr strategisch vorgegangen werden, d.h. man schaut sich an, welchen Zweck eine bestimmte Unterseite besitzt und “mappt” ihr ein bestimmte Keyword zu. Auf Deutsch bedeutet das so viel wie: “Eine Unterseite ist auf ein strategisches Keyword ausgerichtet.”

Bei SEO-Kampagnen ohne Keyword Map passiert es häufig, dass Unterseiten angelegt werden, die auf kein eindeutiges Keyword ausgerichtet sind und daher wichtigen Linkjuice von anderen Seiten wegnehmen. Außerdem kann es viel leichter passieren, dass mehrere Unterseiten auf das gleiche Keyword abzielen, was man unter Keyword-Kannibalisierung versteht.

Wie ist eine Keyword Map aufgebaut? Welche Daten werden dort eingetragen?

Es gibt keinen eindeutig festgelegten Aufbau für eine Keyword Map – jeder SEO-Experte hat hier in der Regel seine eigenen Präferenzen. Für Kundenprojekte legen wir in der Regel bis zu 3 verschiedene Datenlayer in einer Keyword Map an. Dabei handelt es sich um:

  • Keyword-Ausrichtung (Ziel-Keyword)
  • OnPage und OffPage Faktoren (Backlinks, Snippets, etc.)
  • Google Analytics bzw. sonstige Messdaten (Organische Zugriffe, Absprungraten, Verweildauer)

Diese verschiedenen Daten dienen mir als SEO-Verantwortlichen dafür, dass ich den Überblick über die aktuellen Maßnahmen behalte und genau weiß, an welchen Baustellen wir als nächstes ansetzen sollten. Deshalb macht es auch Sinn, Google Analytics Daten in diese Tabelle einzubauen. Vereinfacht gesagt dient mir die Keyword Map also nicht nur dazu, den Überblick zu behalten, sondern ich kann auch Potenziale erkennen und folgende Aufgaben entsprechend priorisieren.

Ein einfaches Beispiel:

Ich habe eine Unterseite, die für mein Ziel-Keyword schon auf Position 12 rankt. Anhand der Keyword Map kann ich genau sehen, in welchen Bereich noch Potenzial besteht und kann auf dieser Grundlage basierend meine Entscheidung treffen, welche Schritte als nächstes zu erledigen sind, zum Beispiel mehr Content einfügen, die Interaktion zu erhöhen oder das Snippet optimieren.

Der wichtigste Part einer Keyword Map ist natürlich der Keyword-Fokus. In meiner Map weise ich jeder Unterseite ein spezifisches Keyword zu, für welches diese Unterseite überhaupt existiert und für das sie ranken soll.

Gerade bei größeren Projekten mit mehr als 50 Unterseiten ist dies enorm wichtig, da es sonst zu mehreren Unterseiten mit dem gleichen Fokus-Keyword kommen kann – was sich negativ auf den Erfolg einer SEO-Kampagne auswirkt.

Gerade Blogger, die regelmäßig Beiträge schreiben und deren Fokus nicht immer das organische Ranking in einer Suchmaschine ist, haben häufig das Problem, dass sie mehrere Blogartikel zu einem sehr ähnlichen Keyword verfasst haben, weswegen sich das gesamte Ranking der Seite verschlechtert. Mit einer Keyword Map schafft man es auch als Blogger, die Übersicht über seine Artikel zu behalten und somit wesentlich effizienter in Sachen Suchmaschinenoptimierung vorgehen kann.

Die Suchintention

Letztlich dient eine Keyword Map auch dazu, die Suchintention im Auge zu behalten. Ich möchte natürlich verhindern, dass eine meiner URLs für ein anderes Keyword rankt als das, welches ich eigentlich vorgesehen hatte. Ist dies der Fall, so muss ich analysieren, warum das so ist und was dem Abhilfe schaffen könnte.

Folgende Bestandteile haben unsere Keyword Maps in der Regel:

  • Fokus-Keyword
  • Suchvolumen
  • URL
  • Rankende URL
  • Meta Titel und Meta Beschreibung
  • Content Qualität
  • Content Länge
  • Content Design Qualität
  • Ladezeit
  • Backlinks auf diese Seite
  • Interne Links auf diese Seite
  • Durchschnittliche Verweildauer letzter Monat
  • Organische Besucher letzter Monat
  • Absprungrate letzter Monat

Die Faktoren Content Qualität und Content Design Qualität sind natürlich immer recht subjektiv. Um einzelne Unterseiten zu beurteilen setze ich immer das ganze Projekt an sich in Verhältnis und verwende eine Skala von 1-10. Für viele Keywords reicht es auch, wenn eine Unterseite beispielsweise lediglich 5 von 10 Punkten erhält. Sehe ich, dass eine URL mit einer 5 auf der Skala lediglich auf Platz 11 oder 12 rankt, so kann ich immer noch weiter in den Ausbau der Qualität investieren.

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